Mobilität im ländlichen Raum – Gemeinsam neue Wege gehen
Mobilität ist ein wichtiger Bestandteil der kommunalen Daseinsvorsorge. Gerade in einer Flächenkommune wie Bückeburg müssen alle Bürgerinnen und Bürger – unabhängig vom eigenen Auto – Arztpraxen, Einkaufsmöglichkeiten, Behörden, kulturelle Einrichtungen sowie Bus und Bahn zuverlässig erreichen können.
Aus zahlreichen Gesprächen mit Bürgerinnen und Bürgern sowie den Ergebnissen verschiedener Beteiligungsformate wurde deutlich, dass der Wunsch nach einem ergänzenden Mobilitätsangebot wie einem Bürger- oder Anrufbus groß ist.


Deshalb habe ich gemeinsam mit weiteren engagierten Mitstreiterinnen und Mitstreitern das Konzept für einen Bückeburger Anrufbus entwickelt und auf den Weg gebracht. Ziel war es, den öffentlichen Personennahverkehr sinnvoll zu ergänzen und insbesondere die Mobilität in den Ortsteilen zu verbessern.
Bereits vor meinem Eintritt in den Ruhestand hatte ich mich entschieden, mich selbst ehrenamtlich als Fahrer einzubringen. Für mich war und ist es selbstverständlich, nicht nur Ideen zu entwickeln, sondern auch persönlich Verantwortung zu übernehmen und mit anzupacken.
Leider konnte das Projekt letztlich nicht dauerhaft etabliert werden. Der entscheidende Grund war nicht die fehlende Unterstützung durch Politik oder Verwaltung und auch nicht das mangelnde Interesse der Bürgerinnen und Bürger. Es fanden sich letztlich nicht genügend Ehrenamtliche, die bereit waren, dauerhaft Verantwortung als Fahrerinnen und Fahrer oder in der Organisation zu übernehmen. Ein solches Angebot lebt vom freiwilligen Engagement – und genau daran ist das Projekt gescheitert.
Dennoch war die Arbeit nicht vergeblich. Die Stadt Bückeburg hat die Bedeutung dieses Themas erkannt und durch ihre finanzielle Unterstützung deutlich gemacht, dass sie innovative Mobilitätsangebote ausdrücklich befürwortet. Damit wurde ein wichtiges Signal gesetzt, dass die Verbesserung der Mobilität im ländlichen Raum ein gemeinsames Ziel von Politik und Verwaltung ist.

Ein Bürger- oder Anrufbus stellt keine Konkurrenz zum öffentlichen Personennahverkehr oder zum Taxigewerbe dar. Er ergänzt bestehende Angebote dort, wo Linienbusse aus wirtschaftlichen oder organisatorischen Gründen an ihre Grenzen stoßen. Gerade ältere Menschen, Jugendliche, Menschen mit Behinderungen oder Bürgerinnen und Bürger ohne eigenes Fahrzeug können von einem solchen Angebot erheblich profitieren.
Mobilität weiterdenken
Auch wenn der erste Anlauf nicht erfolgreich war, bleibt die Aufgabe bestehen. Die Anforderungen an eine moderne Mobilität haben sich weiterentwickelt. Digitale Buchungssysteme, On-Demand-Verkehre und neue Förderprogramme eröffnen heute zusätzliche Möglichkeiten, die es zu prüfen gilt.
Deshalb werde ich mich auch künftig gemeinsam mit dem Landkreis Schaumburg, den Verkehrsbetrieben, Vereinen und ehrenamtlich Engagierten für bedarfsgerechte Mobilitätsangebote einsetzen.
Dazu gehören insbesondere:

  • die Verbesserung der Anbindung unserer Ortsteile,
  • eine bessere Vernetzung mit Bus und Bahn,
  • flexible und digitale Mobilitätsangebote,
  • die Unterstützung ehrenamtlicher Initiativen sowie
  • die Nutzung von Fördermitteln des Landes und des Bundes.

Mobilität bedeutet Teilhabe. Unser Ziel ist es, dass alle Menschen – unabhängig von Alter, Wohnort oder eigener Mobilität – am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Dafür braucht Bückeburg pragmatische Lösungen, starke Partner und Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.


 
 
 
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