Kommunen müssen die digitale Daseinsvorsorge betreiben

Schon das Jahr 2020 und jetzt 2021 zeigen einen tiefen Einschnitt nicht nur in die Arbeitswelt, sondern auch bei unseren Schülerinnen und Schülern und damit auch in die Entwicklung der Städte und Gemeinden und den zukünftigen Umgang mit digitalen Medien. Es kommt darauf an, selbst aktiv zu werden, Veränderungen weiter zuzulassen, das Neue, soweit es sinnvoll ist und nutzen bringt, auf Dauer auch umzusetzen. Daseinsvorsorge ist nun auch digital! Bei der Digitalisierung der Verwaltung liegt Deutschland im hinteren Drittel. Bereits im Mai 2016 wurde von mir zum Thema eGouverment - digitale Ratsarbeit der papierlose Rat eingefordert und zuletzt im Februar 2021 der Sachstand zum Onlinezugangsgesetz Niedersachsen hinterfragt. Für den Bereich der Grundschulen, hatten wir uns bereits 2017 für den Ausbau von WLAN ausgesprochen und beantragt.

Digitalpakt - ein Tropfen auf dem heissen Stein

Das Schulentwicklungskonzept aus Oktober 2019 beschreibt, welche Maßnahmen umgesetzt werden müssen, um unseren Schülerinnen, Schülern und den Lehrern ein verbessertes Umfeld zu bieten. Begleitet mit einem durch die Schulen erarbeiteten Medienentwicklungskonzept, wurde für die Ausgestaltung der Schulen im Rahmen Digitalisierung eine weitere Grundlage geschaffen. Der von der Bundesregierung mit schönen Worten angepriesene DigitalPakt wird die notwendigen hohen Kosten bei der Umsetzung bei Weiten nicht abdecken. Von den ca. 1,2 Mio benötigten Haushaltsmitteln für die Digitalisierung der Grundschulen werden lediglich 280 T€ entgegenstehen. Auch das Sofortausstattungsprogramm für die Beschaffung von Lehrer-Laptops noch vor der Sommerpause, ist ein Flop. Da hilft der Hinweis auf die Förderrichtlinie wenig. Hier wurden Wochen benötigt, diese Richtlinie aufs Papier zu bringen. Eine Leitung im Hause bedeutet nicht immer, dass der Anschluss sofort erfolgt. So musste die Grundschule am Harrl ein paar Wochen warten, bis die zuständige Firma die Leitung an das System angeschlossen hat. Mein Ziel ist es, den vorgegebenen Rahmen bei der Ausgestaltung des DigiPakts für Grundschulen zügiger umzusetzen.

Das Wort Co-Working macht in vielen Städten und Gemeinden die Runde

Land auf Land ab entstehen solche Einrichtungen als dritte Arbeitsorte. Längst sind aber auch die Ansprüche daran gewachsen. Es geht nicht nur um einen dritten Arbeitsort zwischen Firma oder Verwaltung und zu Hause, sondern um neue Formen der Zusammenarbeit und weiterer Services wie Bildung, Gesundheitsdienstleistungen, Vereinsaktivitäten und Kurse jeglicher Art.

Immer mehr Multifunktionsstandorte entstehen. Aus Co-Working wird Co-Living bis hin zu dem Bedürfnis nach einem entschleunigten Leben durch Zusammenführung von Wohnen und Arbeit. Stadt und Land sind gleichermaßen in Bewegung. Bei der Planung von Wohngebieten oder in Sanierungsgebieten dürfen die Anlieger nicht vergessen werden und es muss über die Gebiete hinaus gedacht werden, um zum Beispiel eine Steuerkanzlei im Nahgebiet mit schnellem Internet zu versorgen. Mit dem Ausbau der Glasfaser in Teilen unserer Dörfer wird ein wichtiger Grundstein gelegt. Hier sehe ich eine Baubegleitung bei der Ausführung der Maßnahmen als zwingend erforderlich an, um die Spätfolgen an der Straßeninfrastruktur weitestgehend zu vermeiden. Somit können spätere Instandsetzungskosten für die Kommunen abgemildert werden. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.

 
 
 
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